Ortsverein Stieghorst

Der Ortsverein Stieghorst wurde am 01.07.1909 gegründet. Im Gründungsjahr 1909 war Stieghorst noch eine kleine Gemeinde im Landkreis Bielefeld. Prägend für die Landgemeinde Stieghorst waren die vielen Bauernhöfe, Kotten und nur wenigen Massivbauten. Einzige größere Arbeitgeber waren
die Papierfabrik Halbrock und die Plüschweberei Bertelsmann und Niemann. In der Zeit nach Gründung des Ortsvereins war es für Stieghorster Sozialdemokraten überaus schwierig Versammlungen abzuhalten, da sie häufig unter polizeilicher Beobachtung standen. So mussten sie sich häufig heimlich treffen. Diese geheimen Treffen fanden zumeist in den Steinbrüchen im Teutoburger Wald statt oder man traf sich im Kotten von Nolte (heutige Schneidemühler Straße/Ecke Jauer Straße) und stand vor und hinter dem Kotten „Schmiere“, um dann beim Erscheinen der Polizei das Treffen spontan in eine „Privatfeier“ umzuwandeln.
Ungeachtet dieser erschwerten Bedingungen schaffte die SPD es nach dem 1. Weltkrieg zur bestimmenden politischen Kraft in Stieghorst zu werden. So stellte sie von 1919 bis 1930 mit Fritz Meier (1919 - 1924) und Fritz Kortekamp (1924 - 1930) regelmäßig den Gemeindevorsteher (vergleichbar mit einem Bezirksbürgermeister) in Stieghorst. Mehrere der Gründungsmitglieder des Ortsvereins waren auch in der Gemeindevertretung aktiv: Fritz Meier (1919-1924), Karl Intrup (1919-1924), Heinrich Vollmer (1919-1930), Julius Kronshage (1929-1930), Heinrich Kriemann (1924-1929), Wilhelm Huwendiek (1929-1930) und Fritz
Kortekamp (1924-1930). Nach dem Verbot der SPD am 22.05.1933 wurde sämtlicher Besitz und die Unterlagen des Ortsvereins beschlagnahmt und vernichtet. Durch das Engangement Gustav Sielemanns konnte jedoch die Traditionsfahne des Ortsvereins von 1925 gerettet werden. Da in dieser Zeit die Löllmannshof-Siedlung gebaut wurde, fiel es nicht auf, dass Gustav Sielemann die Fahne in der Kellertreppe eines Hauses versteckte. Ungeachtet des Verbots fanden weiterhin heimliche Treffen der Stieghorster Sozialdemokraten statt, doch durch den Krieg wurden auch diese unmöglich. Ein Neuaufbau des Stieghorster Ortsvereins konnte erst 1945 stattfinden. Nach der Gebietsreform von 1973 wurde 1975 der Stadtbezirk Stieghorst gegründet. Dieser besteht auch heute noch aus dem ursprünglichen Ortsteil Stieghorst, Obersieker und den ehemaligen Landgemeinden Hillegossen, Ubbedissen und Lämershagen. Das Gebiet der ursprünglichen Gemeinde Stieghorst und somit auch das Gebiet des heutigen SPD-Ortsvereins Stieghorst umfasst hierbei den Bereich von der Elpke bis zur Wappenstraße und von der Oldentruper Straße bis zum Alten Dreisch. Neben der Neugliederung des Gebiets des alten Landkreises Bielefeld mit seinen nun
10 Stadtbezirken wurden durch eine Änderung der Kommunalverfassung bürgernahe Bezirksvertretungen eingerichtet. Diese werden am Tag der Kommunalwahl direkt von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt. Die Bezirksvertretung Stieghorst umfasste bei ihrer Gründung 19 Mitglieder, heutzutage nur noch 17 Mitglieder.

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