Pressemitteilung:

  • 01. November 2011
Pressemitteilung zur gewaltigen Auseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden am 29.10.11 bei der „Facebook“- Demo in Bielefeld.

Türken und Kurden in Bielefeld müssen sich gemeinsam für Frieden einsetzen

Die Arbeitsgruppe für Integration und Partizipation der SPD Bielefeld verurteilt scharf die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden bei der Facebook –Demo in Bielefeld, denn diese gewalttätigen Auseinandersetzungen sabotieren und verh



Die Arbeitsgruppe für Integration und Partizipation der SPD Bielefeld verurteilt scharf die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden bei der Facebook –Demo in Bielefeld, denn diese gewalttätigen Auseinandersetzungen sabotieren und verhindern die friedliche Lösung des Kurdenproblems.


Türken und Kurden in Bielefeld müssen sich gemeinsam für Frieden einsetzen

Aufgrund der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen nationalistischen türkischen Gruppen und der PKK in Bielefeld rufen wir alle türkischen und kurdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger auf, in Bielefeld zu zeigen, dass wir weiterhin in Frieden miteinander leben wollen. Jeder von uns ist gefordert, sich aktiv dafür einzusetzen. Wichtig ist, gegen die aufgehetzten gewalttätigen Gruppen eine deutliche Position zu beziehen.



Aufklärung tut Not: Darüber, dass die radikalen türkischen und kurdischen nationalistischen Gruppen, wie andere radikale nationalistische Gruppen auch, nur menschenverachtende Ideologien und keine Lösungen für Probleme haben. Das führt zu Unrecht, Gewalt und Leid.

Als Bielefelderinnen und Bielefelder türkischer oder kurdischer Herkunft haben wir alle Gründe, hier zu leben. Voraussetzung dafür ist der Frieden und die Sicherheit unseres Lebens, die uns hier erlauben, unseren täglichen Geschäften, dem Familienleben, unseren Weltanschauungen und Religionen friedvoll nachzugehen. Dazu zählt auch, dass wir seit Jahrzehnten unsere Konflikte hier gemeinsam lösen, öffentlich, politisch, an vielen Runden Tischen und ohne Gewalt. Erlauben Sie nicht, dass dies durch unbedacht oder bedacht geschürte Emotion und Gewalt zerstört wird.

Ein Dialog zwischen Kurden und Türken ist unerlässlich für die friedliche Lösung der Kurdenfrage in der Türkei. Daher ist die Einrichtung einer Plattform in Bielefeld, die die Möglichkeit für einen regen und kontroversen Gedankenaustausch zwischen den Konfliktparteien bietet, dringend erforderlich.

Es ist offensichtlich, dass die bisherigen Versuche des türkischen Staates diesen Konflikt militärisch zu lösen, nicht funktioniert haben. Dorfmilizen, Umsiedlungen, Assimilierungsversuche, Inhaftierungen und Einschüchterungen usw. haben nur zu einer weiteren Eskalation des Konflikts geführt.

Für eine dauerhafte Lösung des Konflikts fordern wir einen sofortigen Waffenstillstand zwischen der türkischen Armee und der PKK. Wir sind gegen den bewaffneten Kampf der Kurden und auch des Militärs. Es gibt hier keine militärische Option; die Lösung muss demokratisch sein. Alle Konfliktparteien die sich für eine gerechte und dauerhafte Lösung des Konfliktes einsetzen, sollten daher von der Weltgemeinschaft unterstützt und ermutigt werden.

Wir rufen die türkische Regierung, kurdische Organisationen und die EU dazu auf, sich viel stärker und konsequenter für eine friedliche, demokratische und nachhaltige Lösung des Konflikts einzusetzen.


Kadim Uzunyayla
Sprecher der Arbeitsgruppe für Integration und Partizipation (AfIP) der SPD Bielefeld