Pressemitteilung:

  • Bielefeld, 11. Oktober 2011
Friedrich Paulsen zu Gast in Bielefeld

Die Entwicklungsperspektive Afrikas aus Sicht der Europäischen Unio

Friedrich Paulsen zu Gast in Bielefeld
Schwerpunkte des Vortrags waren die wirtschaftliche und demokratische Entwicklung der afrikanischen Länder. Paulsen machte deutlich, dass eine Überwindung der ökonomischen Situation nur dann möglich ist, wenn den afrikanischen Ländern der Aufbau einer eigenen Exportproduktion gelingt und diese nicht auf die Rolle als „Rohstofflieferanten“ beschränkt bleiben. Um das zu Erreichen müsse die künstlich erzeugte Abhängigkeit von Europa überwunden und eine eigenständige Entwicklung in den Ländern Subsahara Afrikas zugelassen werden.
Paulsen ging auch die in den Staaten selbst angelegten Probleme ein, die häufig darin beständen, dass sich der Machtbereich der Regierung nur auf die Hauptstädte erstrecke, während im Rest des Landes „warlords“ regierten. Auf der anderen Seite gäbe es hingegen Staaten, die zu autoritär regiert würden und jede private Initiative im Keim erstickten. Aber auch die als „stabil“ geltenden Staaten, wie Südafrika und Namibia wiesen erhebliche soziale Ungleichheiten auf, deren Überwindung nicht absehbar sei.
Im Anschluss an seinen Vortrag gab Friedrich Paulsen noch die Eindrücke seiner Reise nach Uganda im vergangenen September wieder. Seiner Meinung nach stellen die Bevölkerungsexplosion in Zentralafrika und die dadurch bedingten sozialen Konflikte die größte Herausforderung für die kommenden Jahre dar. Christina Kampmann vom AK Europa betonte, dass die Neuausrichtung der europäischen Entwicklungspolitik daher stärker auf ein breitenwirksames Wachstum abzielen müsse, welches es den Menschen erlaube, sich sowohl aus den patrimonialen Strukturen innerhalb der Gesellschaft, als auch aus den Abhängigkeiten der westlichen Länder zu befreien, soweit diese keine Entwicklungsperspektiven bieten.