Bildungspolitische Positionen der SPD-Fraktion

Unser Leitgedanke beruht auf Artikel 29 Absatz 1 der UN-Kinderrechtskonvention:

„Die Bildung des Kindes muss darauf gerichtet sein, die Persönlichkeit, die Begabung und die geistigen und körperlichen Fähigkeiten des Kindes voll zur Entfaltung zu bringen"

Darum wollen wir integrierende Systeme:

Integrierende Systeme (z.B. Sekundar- und Gesamtschulen) gehen zuerst von den Schülerinnen und Schülern aus, denken und handeln von den Schülerinnen und Schülern her, nehmen diese als Individuen, als ganze Menschen mit ihren Gaben und Fähigkeiten und auch mit ihren Grenzen wahr, setzen auf individuelle Förderung, um die bestmögliche Leistung jeder Schülerin und jedes Schülers hervorzurufen.

Es gibt die gleichen Lernstandserhebungen in der 8. Klasse, eine reguläre Versetzung von der 9. in die 10. Klasse und auch die zentrale Prüfung in der 10. Klasse in Deutsch, Mathematik und Englisch.

An Gesamtschulen gibt es natürlich auch das Zentral-Abitur ohne jeden Unterschied zum Gymnasium.

An Sekundar- und Gesamtschulen gibt es kein leistungsloses Weiterschieben!

Welche Vorteile bietet eine Sekundarschule?

  • Eine ortsnahe Beschulung bleibt bestehen.
  • Es erfolgt eine integrative Beschulung.
  •   Sekundarschulen haben ein breites individuelles Förderangebot für Schülerinnen und Schüler.
  • Sekundarschulen bieten Ganztagsunterricht mit gymnasialem Standard (vorgeschrieben), dadurch ist ein Übergang in die Oberstufen bei entsprechenden Noten gewährleistet.
  • Kein Kind (man denke auch an unbegleitete minderjährige Geflüchtete) muss die Schule mit ungewisser Perspektive und ratlosen Eltern wieder verlassen.
  •  Der Ausbau zu einer Gesamtschule mit Oberstufe kann relativ einfach erfolgen (sieh z.B. Stadt Büren).

Wie ist die Situation der Lehrkräfte an einer neuen Sekundarschule?

  • Die Lehrkräfte der Realschulen stellen einen Versetzungsantrag, der i.d.R. positiv geprüft wird.
  •  Die Unterrichtsverpflichtung sinkt von 28 Std auf 25,5 Std, das bedeutet mehr Zeit für Unterrichtsvorbereitung.
  •  Es bestehen neue Gestaltungsspielräume für Unterrichtsvorhaben.
  • Die Schüler-Lehrer-Relation ist besser, weil die Schulform durch das Kurssystem und die individuellen Schullaufbahnen und Förderungen systembedingt mehr Lehrerinnen und Lehrer braucht.
  • Zudem wird eine sehr gute Zuweisung von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern und Verwaltungskräften zur Unterstützung der Unterrichtstätigkeit erfolgen.

Sekundarschulen sind alternative Angebote, deswegen werden Realschulen aber nicht benachteiligt. Alle Schülerinnen und Schüler erhalten einen Platz.

Die Schulanmeldesituation ist für Schülerinnen und Schüler und Eltern, egal um welche Schulform es geht, immer schwierig und belastend. Ist es die richtige Schulform für mich/mein Kind? Bekommen wir einen Platz an der Schule unserer Wahl? Bekommen wir überhaupt einen Platz?

In Bielefeld erhält jede Schülerin und jeder Schüler, die/der das wünscht, einen Platz in einer Realschule, allerdings, wie bei anderen Schulformen auch, nicht immer in der Schule ihrer/seiner Wahl.

Nicht alle Realschulen werden gleichermaßen nachgefragt, darum muss der Schulträger nachsteuern, wie es auch bei den anderen Schulformen notwendig ist.

Keine Benachteiligung durch vorgezogenes Anmeldeverfahren:

Die Sekundarschulen sind ein Angebot! Um in Erfahrung zu bringen, ob dieses Angebot angenommen wird, bedarf es eines vorgezogenen Anmeldeverfahrens. Wird das Angebot abgelehnt, stehen Realschulplätze zur Verfügung.

Es geht um ein alternatives Angebot und damit um die Entlastung der Realschulen und nicht um Konkurrenz.

Keine Benachteiligung durch finanzielle Zuwendungen:

In den zurückliegenden Jahren sind im Bereich der Gebäudebewirtschaftung von Realschulen Grundsanierungen und teilweise Ausbauten (z.B. Getrud-Bäumer-Realschule und Luisenschule) vorgenommen und grundsanierte Schulgebäude (z.B. Lutherschule) oder Gebäudeteile (z.B. Gymnasium Heepen) den Realschulen zur Verfügung gestellt worden. Dies beinhaltet auch die Investitionen in den Ausbau der Theodor-Heuss-Realschule zur Sportschule.

Vor diesem Hintergrund ist ein Neubau für das marode Gebäude der Gesamtschule Schildesche zu verstehen

Die für den Erhalt der Sekundarschule Bethel vorgesehene Summe wird nicht zu Lasten anderer Schulen verplant.

Keine Benachteiligung durch Verteilung der Grundbeträge:

Aus einer Antwort der Schulverwaltung auf eine Anfrage der FDP-Gruppe im Schulausschuss am 04. Mai 2017 geht hervor, dass sich die Grundbeträge zwischen Realschulen (21,09€) und Gymnasien (21,29€) auf nahezu gleichem Niveau befinden. Im Vergleich mit anderen Kommunen sind diese allgemein zu niedrig. Allerdings trifft dieser Tatbestand alle Schulformen und nicht nur die Realschulen.

Die Koalition aus SPD, Bündnis 90/ Die Grünen und Piraten/Bürgernähe lässt zurzeit prüfen, inwieweit diese Beträge erhöht werden können.

Realschulen allein können die Schullandschaft nicht abbilden:

Sie bieten keinen Hauptschulabschluss und es fehlen auch Fächer wie beispielsweise Arbeitslehre und Technik. Sekundarschulen bieten beides sowie ein Kurssystem, das eine individuelle Schullaufbahn fördern kann.